Einweihung des Duft- und Schmetterlingsgartens

Kräuterdorf erlebt ersten Besucher-Ansturm. Mit einem großen Festakt wurde am 23. Juni 2013 der „Duft- und Schmetterlingsgarten“ eingeweiht. Bis in den Abend hinein genossen ca. 6000 Besucher ein tolles Fest mit einem bunten Angebot rund um den Garten. „So stellen wir uns das Paradies vor.“ Besser hätte Bürgermeister Theo Bauer nicht ausdrücken können, was ihm Urlauber bei ihrem Besuch am Nagler See gesagt haben. Der Sonntag findet sicherlich Eingang ins Geschichtsbuch der Gemeinde. Denn mit der Einweihung des 1400 Quadratmeter großen „Duft- und Schmetterlingsgartens“ darf sich Nagel endlich rühmen, das Kräuterdorf im Fichtelgebirge zu sein. 2000 Pflanzen gedeihen in der herrlichen Anlage am malerisch gelegenen See. Ca. 6000 Besucher erlebten ein prächtiges Kräuter-Spektakel mit über 60 Fieranten, nachdem die Hochfrankenkönigin Katharina I. zusammen mit den Schmetterlings-Kindern mit dem Durchtrennen des Bandes den Weg freigab in den neu angelegten Park, der für knapp 200 000 Euro geschaffen worden ist. Bürgermeister Bauer dankte noch einmal den vielen Mitstreitern, mit deren Hilfe es gelungen ist, Nagel als Kräuterdorf für die Zukunft zu wappnen. „Die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin hat uns in einer kritischen Phase Mut zugesprochen“, dankte er Dr. Birgit Seelbinder. Auch Landrat Dr. Karl Döhler habe immer auf der Seite der Kräuterdorf-Befürworter gestanden. Nicht nur zahlreiche Bürgermeister aus den Nachbargemeinden, sowie viele Besucher aus Tschechien, freuten sich mit den Naglern über den ersten Schritt. Die beiden nächsten folgen laut Bauer, denn die Arbeiten für den „Zeit- und Erlebnisgarten“ oberhalb des Bauhofs laufen bereits, „und im kommenden Jahr weihen wir unser Kräuterhaus ein“. Sein Dank galt vor allem der Städtebauförderung und der Oberfrankenstiftung, die für den Großteil der Kosten auf kämen. „Wir tragen davon 21 Prozent“, so der Bürgermeister. „Heute ist ein ganz besonderer Tag für die Gemeinde“, freute sich Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Nach langem Warten könnten die Nagler nun diesen großen Erfolg feiern. „Es ist etwas Tolles entstanden“, lobte er. „Was man hier kulinarisch erleben kann, wird uns im Tourismus voranbringen.“ Landrat Dr. Karl Döhler war begeistert, dass Nagel seine Vision, sich authentisch für die Zukunft aufzustellen, realisiert hat. „Man muss eben hartnäckig dranbleiben. Diese Gärten passen wie die Faust aufs Auge in unsere Region.“ Döhler überreichte Bauer eine große Garten-Gabel, mit der er den Kräuterfrauen unter die Arme greifen soll. Birgit Seelbinder lobte als Präsidentin der Euregio Egrensis das grenzüberschreitende Projekt, denn auch in Tschechien entstehen ähnliche Kräutergärten.

„Was für ein wunderbares Wochenende“, schwärmte Bürgermeister Heinz Martini aus Tröstau. „Nach der Eröffnung der Luisenburg-Festspiele und dem Brunnenfest ist die Einweihung des Gartens der Höhepunkt.“ Angesichts vieler schlimmer Ereignisse in der Welt sollte man hier ein Kraut anpflanzen, „das gegen Dummheit und Irrsinn wächst“. Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger beschwichtigte all jene, die noch etwas skeptisch auf die kleinen Pflanzen blicken. „Die Gärten werden immer schöner“, versprach sie. Daher müssten die Leute immer wieder kommen, denn der „Duft- und Schmetterlingsgarten“ verändere stetig sein Gesicht. Nagel habe nun ein tolles Potenzial, hier etwas für den Tourismus zu entwickeln. Nachdem die Pfarrer Sam und Christoph Henzler den „Duft- und Schmetterlingsgarten“ gesegnet und die Böllerschützengruppe der Schützengesellschaft Edelweiß Lochbühl das Fest angeböllert hatten, genossen nicht nur die vielen Ehrengäste das herrliche Areal am See. Immer mehr Besucher strömten von allen Seiten nach Nagel, um ein wahrhaftes Kräuter-Spektakel zu erleben. Die große Badewiese lud Tausende zum Flanieren ein.
Denn hier warteten viele Stände mit Gartenkunst, Pflanzen, selbst gemachten Likören, Kräuteraufstrichen und Marmeladen, mit Filz-Kunst, Töpferware und Gewürzen auf die Gäste. Nicht zu vergessen die leckeren Kräuterschmankerln, die die Kräuterfrauen gezaubert hatten.